
Die Renovation verbessert die Nutzbarkeit der Wohnräume deutlich und optimiert gleichzeitig die Belichtung beider Ebenen. Zudem stärkt sie den Bezug zur nahen Umgebung. Dadurch lassen sich sowohl die Gärten des grünen Gäuggeliquartiers als auch die Aussicht ins Churer Rheintal intensiver erleben.
Der wichtigste Eingriff besteht im neuen Dacheinschnitt mit Terrasse. Damit erhält die Wohnung einen bisher fehlenden Aussenraum. Gleichzeitig funktioniert die Verglasung wie eine Lichtlaterne im Zentrum der Wohnung. So gelangt Tageslicht aus drei Himmelsrichtungen von der Galerieebene bis in den Wohnraum.
Die Galerie vor dem Atrium lässt sich abends flexibel nutzen. Durch das Schliessen des horizontalen Schiebefensters und das Vorziehen eines lichtdichten Vorhangs verwandelt sie sich in ein abgeschlossenes Elternschlafzimmer. Damit schöpft das Projekt das Potenzial der bestehenden Bausubstanz vollständig aus. Zugleich wird der spannende Innenraum über zwei Geschosse bis in den Dachstock erlebbar. Darüber hinaus nutzt das Projekt die gut besonnte Lage in den obersten Stockwerken besser aus.
Der weisse Anstrich der Holzkonstruktion lässt die dunkel gebeizten Balken optisch in den Hintergrund treten. Dadurch tritt die kristalline Form des Raumes unter der Mansarde stärker hervor. Dieses Motiv setzt sich auch in der Form der Lichtlaterne fort. So entsteht ein durchgängiges gestalterisches Thema.
Gerade an sehr gut erschlossenen Lagen braucht es eine «Verdichtung nach innen». Dazu gehört auch eine intensivere Nutzung der Dachgeschosse. Das vorliegende Projekt zeigt beispielhaft, wie sich dieses Potenzial ausschöpfen lässt.
Chur I GR I CH
Private Bauherrschaft
2018 – 2021
Gebäude denkmalgeschützt
Publikation
06/2022 umbauen + renovieren I Dachräume